Im PC-Bereich gibt es eigentlich nur zwei Prozessorhersteller: Intel und AMD. Zwar haben Unternehmen wie Apple und Arm insbesondere bei Laptops Fuß gefasst, doch bei Desktop-Computern steht nach wie vor das „blaue Team“ (Intel) dem „roten Team“ (AMD) gegenüber.
Lange Zeit hatte Intel in jedem Generationswettstreit die Nase vorn. Sicher, AMD hatte seine Glanzmomente und erzielte große Fortschritte, die dem Unternehmen in bestimmten Segmenten kurzzeitig einen Vorsprung verschafften, doch insgesamt war Intel der Maßstab, an dem sich alle anderen messen mussten. Das änderte sich mit der 3D-V-Cache-Technologie von AMD, die dem Unternehmen half, im Gaming-Bereich die Führung zu übernehmen.
Derzeit hat AMD mit dem Ryzen 7 9800X3D die Nase vorn. Wer auf der Suche nach der absolut besten Gaming-CPU ist, muss nicht lange suchen. Auch im High-End- und im Einsteigerbereich hat AMD starke Konkurrenten im Angebot.
Allerdings ist es selten ein eindeutiger Sieg. Der Abstand zwischen AMD und Intel ist oft gering. Während AMD bei der reinen Gaming-Leistung meist die Nase vorn hat, bleibt Intel bei breiter gefassten Anwendungsbereichen äußerst konkurrenzfähig. Und in der Realität dienen die meisten Systeme nicht nur zum Gaming. Streaming, einfache Content-Erstellung und Multitasking verändern die Gleichung.
Es ist außerdem anzumerken, dass einzelne Spiele den einen Chip gegenüber dem anderen bevorzugen können. Auch wenn der Ryzen 7 9800X3D allgemein als die beste Gaming-CPU gilt, gibt es dennoch Szenarien, in denen ein Intel-Chip die Nase vorn haben kann.
Wie wir bereits zu Beginn dieses Artikels erwähnt haben, ist der Ryzen 7 9800X3D derzeit die beste CPU für Gaming. Sein zusätzlicher 3D-V-Cache mit 64 MB verschafft ihm einen Vorteil in Spiel-Engines, die von zusätzlichem Cache profitieren, und sorgt so für durchweg hohe Bildraten bei einer Vielzahl von Titeln. Abgesehen vom Cache handelt es sich um einen Achtkern-Prozessor mit 16 Threads und soliden Basis- und Boost-Taktfrequenzen, was bedeutet, dass er über mehr als genug Rechenleistung verfügt, um so gut wie alles zu bewältigen, was moderne Spiele ihm abverlangen.
Wo steht Intel hier im Wettbewerb? Der Intel Core Ultra 7 270K Plus ist eines der neuesten Modelle des Unternehmens und ein sehr leistungsfähiger Chip, insbesondere angesichts seines attraktiven Preises. In einigen Spielen, vor allem solchen, die stärker auf reine Taktraten oder Thread-Leistung setzen, kann er mithalten oder sogar die Nase vorn haben.
Es ist außerdem erwähnenswert, dass Ihre Grafikkarte in den meisten Fällen einen weitaus größeren Einfluss auf die Spieleleistung hat als Ihre CPU, sofern Sie nicht an die CPU-Leistung gebunden sind. Wenn Sie Ihr System mit einer High-End-GPU kombinieren, werden beide Chips hervorragende Ergebnisse liefern.
Im High-End-Segment besticht das neueste Modell von AMD, der Ryzen 9 9950X3D2, durch seine Fähigkeit, starke Gaming-Leistung mit hervorragendem Multi-Core-Durchsatz in Einklang zu bringen. Er eignet sich hervorragend für Nutzer, die ein System suchen, das Gaming, Streaming und anspruchsvollere Produktivitätsaufgaben ohne Kompromisse bewältigen kann. Wie der Name vielleicht schon verrät, handelt es sich hierbei um einen weiteren 3D-V-Cache-Chip, der ihm einen Vorteil beim Gaming verschafft und gleichzeitig eine starke Allround-Leistung bietet.
Der Intel Core Ultra 9 285K legt den Schwerpunkt eher auf reine Rechenleistung. Bei Aufgaben wie Rendering, Codierung oder Workloads mit hohem Thread-Anteil ist er nach wie vor äußerst konkurrenzfähig und kann die bessere Wahl sein, wenn Ihr Hauptaugenmerk eher auf Produktivität als auf Gaming liegt.
Im unteren Preissegment hat AMD meist die Nase vorn. Chips wie der Ryzen 5 5500, der Ryzen 5 5700X und der Ryzen 5 7600X bieten solide Gaming-Leistung zu einem günstigeren Preis und eignen sich daher ideal für Einsteiger- und Mittelklasse-PCs. Die ersten beiden Modelle nutzen die ältere AM4-Plattform, während der 7600X eine AM5-Option darstellt. Die Plattform bestimmt auch andere Aspekte wie Speicher und PCIe-Unterstützung, aber wenn Ihr Budget knapper ist, ist das ein Kompromiss, den Sie möglicherweise eingehen müssen.
Dies ist auch ein guter Zeitpunkt, um über langfristige Aufrüstungen nachzudenken. AMDs AM4-Sockel gibt es schon seit Ewigkeiten und er ist nach wie vor sehr beliebt, da er zahlreiche Optionen für alle bietet, die mit begrenztem Budget einen PC zusammenstellen oder aufrüsten möchten. Intel wechselt tendenziell schneller zwischen den Sockelgenerationen, was die Möglichkeiten für spätere Aufrüstungen ohne Austausch der Hauptplatine einschränken kann. Das macht Intel nicht zu einer schlechten Wahl, aber es ist ein Punkt, den man bedenken sollte, wenn man die CPU aufrüsten möchte, ohne das Motherboard auszutauschen.
Die AM5-Plattform von AMD wird voraussichtlich über mehrere Generationen hinweg bestehen bleiben, was Ihnen einen klareren Upgrade-Pfad bietet, falls Sie Ihr System noch eine Weile behalten möchten.
Intel liegt in keiner Kategorie weit zurück. Doch derzeit hat AMD dort die Nase vorn, wo es für die meisten Nutzer am wichtigsten ist, insbesondere beim Gaming und beim Preis-Leistungs-Verhältnis über die gesamte Produktpalette hinweg.
Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich um einen einseitigen Kampf handelt. Der Abstand zwischen AMD und Intel ist gering, und beide Unternehmen bieten in jeder Preisklasse hervorragende CPUs an. Ihre Entscheidung hängt oft davon ab, wie Sie Ihr System nutzen und was Ihnen am wichtigsten ist – sei es maximale Gaming-Leistung, Produktivität oder langfristige Flexibilität bei Upgrades.
Für die meisten Menschen gibt es hier keine falsche Antwort. Es kommt nur darauf an, welche am besten zu deiner Statur passt.
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