Nvidia stellte auf der Computex 2026 RTX Spark vor, ein neues Arm-basiertes System-on-a-Chip, das aus der Grace-CPU, einer Blackwell-RTX-GPU und bis zu 128 GB LPDDR5X-Unified-Speicher besteht. Es wurde für Windows-Laptops und Desktop-PCs entwickelt und ist für lokale KI-Anwendungen, Gaming und kreative Zwecke vorgesehen. Bei der Entwicklung des Chips selbst arbeitete Nvidia mit MediaTek zusammen, ebenso wie mit Microsoft, um die vollständige Kompatibilität mit Windows sicherzustellen.
RTX Spark ist ein 1-Petaflop-Superchip, der vollständige Unterstützung für das CUDA- und RTX-Ökosystem sowie Windows-native Agenten bietet. Abgerundet wird der Überblick über diese Chip-Familie durch die Aussage, dass sie „Windows-PCs für das Zeitalter der persönlichen KI-Agenten neu erfindet“. In der offiziellen Pressemitteilung finden sich noch viele weitere Aussagen dazu, an wen sich der Chip richtet und warum er so wichtig ist, aber im Folgenden gehen wir etwas näher darauf ein, was dies für die meisten Nutzer bedeutet.
Es gibt zahlreiche Gründe, warum RTX Spark interessant ist, doch die Tatsache, dass es auf Arm basiert und keine x86-CPU ist, könnte möglicherweise der wichtigste sein. Das bedeutet, dass es das Betriebssystem „Windows-on-Arm“ nutzen muss, wobei der Prism-Emulator von Microsoft zum Einsatz kommt, um x86-Code für „Windows-on-Arm“ zu übersetzen. Da der riesige Backkatalog an Spielen nach wie vor stark auf x86 ausgerichtet ist, ist die Emulation entscheidend für den Erfolg von RTX Spark.
Windows hat „Windows on Arm“ über Jahre hinweg stetig verbessert, und das System befindet sich mittlerweile in einem soliden Zustand, auch wenn noch nicht alles perfekt funktioniert. Dass mit Nvidia ein so großer Akteur auf der Arm-Seite mitwirkt, wird hier hilfreich sein, und angesichts der Verbindungen von Nvidia zur Gaming-Branche könnte dies bedeuten, dass die Arm-Unterstützung bald mit der von x86-Windows gleichzieht. Dies wird sich nicht nur auf RTX Spark auswirken, sondern auch auf die Snapdragon-Prozessoren von Qualcomm.
Nvidia klingt bereits ziemlich zuversichtlich, dass es viele der Probleme in diesem Bereich aus dem Weg geräumt hat, und äußert sich positiv darüber, dass einige der wichtigeren Low-Level-Anti-Cheat-Anwendungen unter Windows-on-Arm zum Laufen gebracht werden könnten. Das mag nicht nach viel klingen, ist aber einer der Faktoren, die das Gaming unter Linux bisher gebremst haben. Wenn diese Anti-Cheat-Anwendungen zum Laufen gebracht werden, könnte dies unsere PCs erheblich verändern.
Damit wäre die CPU-Seite abgedeckt, aber wie sieht es mit der GPU aus? Nvidia verspricht 100 fps bei 1440p in den neuesten Spielen und behauptet, dass es das Leistungsniveau einer RTX 5070 erreichen kann, auch wenn dies von der jeweiligen Anwendung abhängt, was wahrscheinlich wieder auf diese Emulationsschicht zurückzuführen ist. Die reine Leistung ist eindeutig vorhanden – wenn es eine Sache gibt, der man sich sicher sein kann, dann ist es, dass Nvidia weiß, wie man eine GPU zusammenbaut.
Die RTX Spark wird mit bis zu 6.144 RTX-Blackwell-CUDA-Kernen erhältlich sein und damit der RTX 5070 entsprechen. Dies wird die Spezifikation für das Spitzenmodell sein; Gerüchten zufolge könnten bescheidenere Versionen jedoch bereits bei 2.048 CUDA-Kernen ansetzen. Das wäre zwar nicht gerade ein Gaming-Kraftpaket, könnte aber bei entsprechender Leistungsaufnahme für schlankes und leichtes Gaming unterwegs sorgen. Es wird interessant sein zu sehen, welche Preisklassen die Hersteller mit diesen Chips erreichen können.
Gaming ist ein wichtiger Bestandteil des RTX-Spark-Konzepts, aber es geht nicht nur um Gaming. Es gibt einige Aspekte, die dies deutlich machen – angefangen bei der Tatsache, dass die Karte bis zu 128 GB einheitlichen Speicher unterstützt, bis hin zu der Angabe von 1 Petaflop Leistung, die sich speziell auf KI bezieht. Wer die Entwicklung von Nvidia auch nur ein wenig verfolgt hat, für den dürfte dies keine große Überraschung sein, da sich das Unternehmen von einem vorwiegend auf Gaming ausgerichteten Unternehmen zu einem Unternehmen gewandelt hat, dessen Zukunft weitgehend von KI bestimmt wird. Das Unternehmen ist offensichtlich davon überzeugt, dass KI-Agenten zumindest kurzfristig eine zentrale Rolle spielen werden, und RTX Spark setzt voll und ganz darauf.
Ob RTX Spark erfolgreich sein wird, hängt davon ab, wie gut sich Windows-on-Arm weiterentwickelt und ob Entwickler Arm-native Software in vollem Umfang nutzen werden. Die Hardware selbst wirkt überzeugend: Sie vereint das GPU-Know-how von Nvidia mit einer effizienten Arm-basierten Plattform und ausreichend Speicher, um anspruchsvolle KI-Anwendungen zu unterstützen.
Sollte Nvidia seine Leistungsversprechen einhalten und gleichzeitig die Kompatibilität mit bestehenden Windows-Anwendungen und -Spielen gewährleisten können, könnte RTX Spark zu einer der bedeutendsten Veränderungen im Windows-PC-Ökosystem seit Jahren werden. Es ist zwar noch zu früh, um endgültige Schlüsse zu ziehen, doch RTX Spark stellt Nvidias bislang deutlichsten Versuch dar, KI- und Gaming-Ökosysteme auf einer einzigen Plattform zusammenzuführen.
Die ersten RTX-Spark-Laptops werden voraussichtlich im Herbst 2026 von globalen OEMs auf den Markt kommen, und kompakte Desktop-Systeme werden nicht lange darauf folgen.
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